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Eigenarbeit in Einrichtungen für frei gewählte Tätigkeit sowie Arbeit zur Selbsthilfe und Lebensunterhalt im Sozialgesetzbuch

Filmmaterial; NeueArbeit-NeueKultur in Bild & Ton

Eigenarbeit in Einrichtungen für frei gewählte Tätigkeit sowie Arbeit zur Selbsthilfe und Lebensunterhalt im Sozialgesetzbuch

Lese ich die ausdrücklichen Aufgaben des Sozialgesetzes,


...bekomme ich den Eindruck, dass alles Notwendige für

- ein würdiges Leben,

- eine frei gewählte Arbeit, die ich wirklich wirklich will sowie

- die Eigenarbeit als Hilfe zur Selbsthilfe vorgesehen ist:

Erstes Sozialgesetzbuch (SGB I)


§ 1 Aufgaben des Sozialgesetzbuchs

(1) Das Recht des Sozialgesetzbuchs soll zur Verwirklichung sozialer Gerechtigkeit und sozialer Sicherheit Sozialleistungen einschließlich sozialer und erzieherischer Hilfen gestalten. Es soll dazu beitragen,
- ein menschenwürdiges Dasein zu sichern,
- gleiche Voraussetzungen für die freie Entfaltung der Persönlichkeit, insbesondere auch für junge Menschen, zu schaffen,
- die Familie zu schützen und zu fördern,
- den Erwerb des Lebensunterhalts durch eine frei gewählte Tätigkeit zu ermöglichen und
- besondere Belastungen des Lebens, auch durch Hilfe zur Selbsthilfe, abzuwenden oder auszugleichen.

(2) Das Recht des Sozialgesetzbuchs soll auch dazu beitragen, daß die zur Erfüllung der in Absatz 1 genannten Aufgaben erforderlichen sozialen Dienste und Einrichtungen rechtzeitig und ausreichend zur Verfügung stehen.

http://bundesrecht.juris.de/sgb_1/__1.html

 

Am Ende der "Agenda 2010" scheint sich dennoch viel Verdrießlichkeit und Resignation einzustellen:

 

Videostream: PHOENIX Runde vom 12.01.2010

"Agenda 2010 - Das Ende des Sozialstaats?"

Anne Gesthuysen diskutiert in der PHOENIX Runde mit Heinrich Alt (Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit), Jürgen Borchert (Sozialrichter), Klaus Brandner (SPD), Prof. Helga Spindler (Arbeits- und Sozialexpertin, Universität Duisburg–Essen).

http://www.phoenix.de/sixcms/detail.php?id=283284&template=d_ph_videostream_popup&format=4&transfer=2

 

 

Kommt nach dem JobCenter auch das

Center for NewWork-NewCulture?

 

 

L A W: Liebe - Arbeit - Wissen

Liebe, Arbeit, Wissen. Reduziert man diese drei Worte auf ihre Anfangsbuchstaben, fügen sie sich zu einem noch gewichtigeren Wort: L – A - W wie law, das englische Wort für Gesetz.

Die Herrschaft eines Gesetzes klingt auch im Zitat des schillernden Psychoanalytikers Wilhelm Reich an, dem diese drei Worte entstammen: "Liebe, Arbeit und Wissen sind die Quellen unseres Lebens, sie sollten es auch beherrschen."

Ein Radio-Essay von Ania Mauruschat, der zu erkunden versucht, was diese drei kleinen, großen Worte zu Beginn des digitalen 21. Jahrhunderts bedeuten und was nötig ist, damit sie nicht zum erdrückenden Gesetz erstarren sondern zu Glück und Sinn führen.

Mit Clemens Pornschlegel, Barbara Vinken, Frithjof Bergmann, Michael Hirsch, Tatjana Schnell.

Ursendung am 25.09.2009.

http://www.br-online.de/bayern2/hoerspiel-und-medienkunst/sendungen2009-2-hoerspiel-artmix2009-2-br-ursendung2009-2-ID1243346970371.xml?_requestid=59763

 

Wir sind jung und wir machen uns Sorgen auf dem Arbeitsmarkt

http://www.youtube.com/watch?v=4AoEYtqaiJk&NR=1

 

Am Ende der „Agenda 2010“…

…versprechen, während HartzIV nicht selbständig zu arbeiten:

„Fit für den Job“ mit Unterstützung im Jobcenter

Michael Koslars Videotagebuch „HARTZIV gewinnt“, 2009.

1/7 Prolog http://www.youtube.com/watch?v=1783D9Qlx14&feature=related

2/7 Vom Fordern und Fördern http://www.youtube.com/watch?v=ojWN5VbxeI4&feature=related

3/7 Neue Jobs für Michael http://www.youtube.com/watch?v=M60_uFdTM58&feature=related

4/7 ...der Sachbearbeiter http://www.youtube.com/watch?v=kP89G9_J_wo&feature=related

5/7 Der Businessplan http://www.youtube.com/watch?v=x_wtVM_ZNFw&feature=related

6/7 Die ARGEn sind ein Auslaufmodell http://www.youtube.com/watch?v=UyqIiFoaBfs&feature=related

7/7 Epilog http://www.youtube.com/watch?v=ehe8-V6jHj8&feature=related

 

Des Wahnsinns letzter Schrei

http://kanalb.org/shop/product_info.php?products_id=76

Videostream, 55' http://kanalb.org/edition.php?clipId=75&play_id=75&modul=Edition&z=detail

 

Neue Wut

http://www.neuewut.de/neuewut/index.html

...bei Studentinnen und Studenten - gegen die Achse des Blöden

http://www.youtube.com/watch?v=I7vYUtu7oCw

http://www.youtube.com/watch?v=L1RIFbTAct0&feature=related

http://www.youtube.com/watch?v=6QQzhMULwX4&feature=related

http://www.youtube.com/watch?v=ZZZWUic6rjg&feature=related

 

Lied vom Ende des Kapitalismus

http://www.youtube.com/watch?v=q8d0Gow1fhw&feature=related

http://www.youtube.com/watch?v=gfzFYh-xSZs&feature=related

 

 

BR-online α-Forum vom 18.2.2009

Gespräch mit dem Philosophen und Soziologen Prof. Dr. Oskar Negt

http://www.br-online.de/br-alpha/alpha-forum/alpha-forum-oskar-negt-gespraech-ID1233236058055.xml?_requestid=169378

 

Arbeit und Würde“

Oskar Negt über Massenarbeitslosigkeit und ihre Folgen

http://www.3sat.de/dynamic/sitegen/bin/sitegen.php?tab=2&source=/kulturzeit/themen/28334/index.html

 

BR-online α-Forum vom 25.06.1999

Gespräch mit dem Philosophen und Anthropologen Prof. Dr. Frithjof Bergmann

http://www.br-online.de/download/pdf/alpha/b/bergmann_frithjof.pdf

KommentareKommentare

  • Jörg Beger
    Jörg Beger 23.01.2010 16:03

    Sozialrecht in Freiburg


    Anwaltskanzlei
    RAe Fritz und Kollegen
    RA Gunnar Baar
    ...
    http://www.srif.de/

    Universität Freiburg
    Institut für Sozialrecht
    Professor Dr. jur. Katharina von Koppenfels-Spies
    ...
    http://www.jura.uni-freiburg.de/institute/iwir3/kontakt

     
  • Jörg Beger
    Jörg Beger 31.01.2010 22:35

    zu den völkerrechtlichen Rahmenbedingungen und dem Lissabon-Vertrag:

    „Rechte sind nach 1945 abgeschafft worden: Die Bundesrepublik Deutschland – steht auch im Grundgesetz Artikel 138 - ist eine Wirtschafts- und Verwaltungseinheit. Es gibt nur Verwaltungsorgane. Es gibt kein staatliches Recht mehr. Und dieses staatliche Recht wir überall in Europa abgeschafft. Das ist der Sinn des Lissabon-Vertrages. Diese deutsche Bundesregierung wird die Vorreiterrolle spielen, weil die haben in der Einführung des Privatrechtes die meisten Erfahrungen. Gleichzeitig kommen sie aus ihrem eigenen Legitimationsdebakel heraus. Deswegen sind dies die größten Verfechter des Lissabon-Vertrages, der, wenn er umgesetzt wird und das wird spätestens Ende 2009, Anfang 2010 sein - alle Gesetzestexte deuten darauf hin, dass sie diesen Prozess bis dahin abgeschlossen haben werden - wenn wir das zulassen, bedeutet dies die Versklavung und Verknechtung ganz Europas. Der Eigentümer sind die Vereinigten Staaten und Großbritannien.

    Wir sind nach wie vor ein besetztes Land mit Geschäftsführung und Kontrollrat. Im Osten waren die Begriffe nur anders: Das Kombinat Deutsche Demokratische Republik - von 1945 bis 1990 ausgeplündert, abgewirtschaftet genau wie die Bundesrepublik auch. 1990 musste man den Spaß zusammenschmeissen und hat dem wirtschaftlich stärkeren System den Vorrang gegeben. Übrigens, Sozialismus und Kapitalismus sind zwei Seiten der gleichen Medaille: Beide Systeme hatten die gleichen Finanziers.
    Die Bundesrepublik Deutschland selbst ist eine GmbH. Mit der Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur ist diese eingetragen im Handelsregister in Frankfurt. Eine alte DDR GmbH mit einem Stammkapital von 25.000 € schultert heute die 1,5 Billionen € Staatsverschuldung. Da sagt man dann Tripple A Papiere dazu, Haftkapital 25.000 €, Viel Spaß noch mit ihren Bundesanleihen. Gegen den Kaufpreis von 200 Mrd. DM wurde die Liquidierung der BRD vereinbart. Das war dann Europa.
    Alles wird dem Privatrecht angeglichen. Man nimmt uns als Volk die Kontrolle über den Staat und versucht uns über HGB privatrechtlich für Dinge zu belangen oder in Verantwortung zu nehmen, die früher Aufgaben des Staates waren und die werden gezielt abgeschafft für ein kleines Klientel, das die Kontrolle über die Welt haben will. So wird die Sache rechtlich abgesichert.

    Die Iren konnten Lissabon verzögern – verhindern können es nur die Deutschen. Die einzigen, die das nicht wissen sind die Deutschen“,

    zitiert nach Andreas Clauss: Crashkurs Geld und Recht. 2009, 68:30. Filmdokumentation des Vortrags auf der III, Anti-Zensur-Koalition am 21.2.2009.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag_von_Lissabon
    http://a.blip.tv/scripts/flash/showplayer.swf?file=http%3A%2F%2Fblip.tv/rss/flash/1852698&showplayerpath=http%3A%2F%2Fblip.tv/scripts/flash/showplayer.swf&feedurl=http://azk.blip.tv/rss/flash&brandname=blip.tv&brandlink=http://blip.tv/%3Futm_source%3Dbrandlink&enablejs=true
    http://www.anti-zensur.info/

     
  • Jörg Beger
    Jörg Beger 01.02.2010 11:56

    Die Armutsindustrie -
    Geschäfte machen mit Arbeitslosigkeit

    Qualifizierungsmaßnahmen mit dem „Motivierungssystem Arbeitsagentur“
    Bildungsträger für Weiterbildungsmaßnahmen

    ARD EXKLUSIV. Erstsendung am 24.08.2009
    Ein Film von Eva Müller
    Teil 1/3 http://www.youtube.com/watch
    Teil 2/3 http://www.youtube.com/watch?v=LF6cUBYqLaY&NR=1
    Teil 3/3 http://www.youtube.com/watch?v=X6Kr7WkjHb0&NR=1

    die tageszeitung
    http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/zehn-tage-arbeit-fuer-ein-puzzle/

    Eva Müller
    http://www.wdr.de/tv/diestory/team/mueller.jsp



    Die größte deutsche Beschäftigungsgesellschaft:
    Das Sozialunternehmen NeueArbeit gGmbH der Diakonie Württemberg
    http://www.neuearbeit.de/

    Das Diakonische Werk der evangelischen Kirche Württemberg e.V.
    http://www.diakonie-wuerttemberg.de/

    Die Stiftung Diakonie Württemberg
    http://www.stiftung-diakonie-wuerttemberg.de/

     
  • Jörg Beger
    Jörg Beger 01.02.2010 14:05

    Die Tranfergesellschaften als Gewinner
    Wie Tranfergesellschaften von Entlassungen profitieren

    Cornelia Schmergal (Berlin) in Wirtschaftswoche 28.1.2010

    Wenn Unternehmen Mitarbeiter entlassen, einigen sie sich mit ihrem Betriebsrat oft darauf, die Beschäftigten für ein Jahr in einer Transfergesellschaft zu parken und dort Weiterbildungskurse anzubieten. Weil diese Gesellschaften unabhängig vom alten Betrieb sein müssen, werden sie meist von externen Beratern betrieben. In der Wirtschaftskrise wird daraus ein lukratives Geschäftsmodell. Aber woran verdienen die Transfergesellschaften eigentlich?

    Regiekosten

    Die Transfer-Berater handeln mit Unternehmen und Betriebsrat einen fixen Betrag für Betreuung und Verwaltung der Betroffenen aus, im Branchenjargon „Regiekosten“ genannt. Als üblich gelten 180 bis 220 Euro pro Beschäftigten und Monat. Die günstigsten Anbieter bieten ihre Dienste aber schon ab etwa 100 Euro an, teure Konkurrenten fordern bis zu 300 Euro.

    Kursangebote

    Die Betreiber von Transfergesellschaften organisieren für die Betroffenen Orientierungskurse und Fortbildungen. Die Arbeitsagentur fördert Teilnehmer mit bis zu 2500 Euro. Zusätzlich stockt der Europäische Sozialfonds die Mittel auf, in einigen Regionen vervielfacht er sie gar. Wer satt verdienen wolle, so verraten Transfer-Experten, buche keine externen Trainer, sondern gründe selbst eine Akademie – und fordere für die eigenen Seminare saftige Preise.

    Remanenzkosten

    Theoretisch muss die Transfergesellschaft für Sozialversicherungsbeiträge oder Urlaubsgeld der Betroffenen aufkommen. In der Praxis erhält sie einen fixen Betrag, den Ursprungsunternehmen und Betriebsrat im Sozialplan aushandeln. Er wird für zwölf Monate berechnet und vorab gezahlt. Sollten die Transfer-Beschäftigten aber vor Ablauf eines Jahres einen Job finden, bleibt Geld aus dem Topf übrig, als üblich gilt ein Drittel der Summe. Viele Betreiber stecken es in Kurse oder geben es den Vermittelten. Andere behalten es als Prämie. Politiker nennen das „Abzocke“.

    http://www.wiwo.de/politik-weltwirtschaft/transfergesellschaften-als-gewinner-419943/


     
  • Jörg Beger
    Jörg Beger 01.02.2010 14:07


    Das Geschäft mit der Arbeitslosigkeit

    Die Arbeitslosigkeit nährt ganze Branchen. Vor allem Weiterbildungsindustrie und Transferberater profitieren von Entlassungen. WirtschaftsWoche-Reporterin Cornelia Schmergal über das Geschäft mit den Arbeitslosen.

    Wirtschaftswoche am 28.01.2010

    Sie seien ungefähr so lästig wie die Schmeißfliegen. Nun ja, vielleicht streicht man das mit den Fliegen besser aus dem Protokoll, aber eine freundlichere Formulierung kommt Hartmut Riemann nun einmal nicht über die Lippen. In normalen Wochen sind es zehn Angebote, die ungefragt auf seinen Schreibtisch flattern. Doch an jenem Tag im April, einem einzigen wohlgemerkt, als die Nachricht von der Karmann-Insolvenz in der Zeitung stand, kamen gleich 30 dicke Mappen mit der Post: allesamt Bewerbungen von Beratern, die bei den Massenentlassungen behilflich sein wollten. Noch heute seufzt Riemann, wenn er an den Stapel auf seinem Schreibtisch denkt. „Das Geschäft mit dem Elend anderer Leute blüht in diesen Tagen“, sagt er.

    Hartmut Riemann ist Erster Bevollmächtigter der IG Metall in Osnabrück. Und damit sitzt er an einer entscheidenden Stelle. Denn Osnabrück ist die Heimat von Karmann, und im April 2009 hat der Cabrio-Spezialist Insolvenz angemeldet. 1340 Beschäftigte erhielten damals die Kündigung.

    Wann immer irgendwo ein Unternehmen in die Pleite trudelt und Entlassungen im großen Stil ankündigt, handeln Betriebsräte und Gewerkschaften mit dem Management einen Sozialplan aus. Möglichst viele Mitarbeiter, heißt es dann, sollen in eine Transfergesellschaft wechseln, dort Kurse besuchen und sich weiterbilden, um möglichst bald einen neuen Job zu finden. Und weil es für die Geburt solcher Gesellschaften Berater und Fachanwälte gibt, wird für irgendwen wieder ein Auftrag daraus. Eine ganze Branche lebt davon. Gerade jetzt.

    Arbeitslosigkeit ist ein Milliardengeschäft. Auch wenn es zynisch klingen mag: Für jeden Verlierer auf dem Arbeitsmarkt gibt es irgendwo wieder einen Gewinner. Für Outplacement-Berater, so nennt man das Geschäft im Branchen-Sprech, und für alle Unternehmen, die sich im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit um die Entlassenen kümmern, dürfte 2010 ohnehin ein Bombenjahr werden.

    Der Betriebsrat: Gerhard Schrader
    hat nach der Karmann-Insolvenz den Sozialplan ausgehandelt. Seine gekündigten Kollegen wechseln in eine Qualifizierungsgesellschaft

    Der Berater: Thomas Gerwert
    leitet die Transfergesellschaft für die ehemaligen Karmann-Beschäftigten. Ein Millionen-Projekt, bezuschusst von Bund und EU

    Der Gewerkschafter: Hartmut Riemann
    wird mit Angeboten von Outplacement-Experten überschüttet. Der IG-Metall-Funktionär entscheidet mit, an wen die Aufträge gehen

    http://www.wiwo.de/politik-weltwirtschaft/das-geschaeft-mit-der-arbeitslosigkeit-419926/


     
  • Jörg Beger
    Jörg Beger 01.02.2010 14:36

    Arbeitsmarktökonom Hilmar Schneider
    „Transfergesellschaften sind Geldverschwendung“

    Arbeitsmarktökonom Hilmar Schneider vom Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) über die Geschäfte der Weiterbildungsindustrie und der Transfergesellschaften.

    Cornelia Schmergal (Berlin) in Wirtschaftswoche am 23.01.2010


    WirtschaftsWoche: Herr Schneider, 2009 gab der Staat 2,3 Milliarden Euro für die Weiterbildung von Arbeitslosen aus. Eine gute Anlage?

    Schneider: Ganz generell gilt Bildung als Schlüssel, um Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Tragisch ist nur, dass die Umsetzung so schwer bleibt. Weiterbildung im öffentlichen Auftrag ist schwer zu organisieren: Es gibt ein Nachfragemonopol der Arbeitsagentur und eine begrenzte Zahl von Anbietern, die auf die BA angewiesen sind. Es ist sehr schwer, in so einem Markt hohe Qualität zu erzeugen.

    Kurse für Arbeitslose müssen doch vorab überprüft werden. Hilft das nicht?

    Da bin ich skeptisch. Erstens ist es generell sehr schwer, Kurse vorab zu bewerten, weil sich die Prüfer auf die Angaben der Anbieter verlassen müssen. Und zweitens gibt es bei der Prüfung problematische Interessenkollisionen. Teilweise sind zertifizierende Stellen gleichzeitig als Anbieter von Weiterbildung tätig. Da kann ich mir schwerlich eine unabhängige Prüfung vorstellen.

    Bei Entlassungen werden Beschäftigte oft in Transfergesellschaften weiterqualifiziert. In einer Studie haben Sie ein vernichtendes Urteil über den Markt gefällt.

    Im Grunde sind Transfergesellschaften Geldverschwendung. Es gibt keinen einzigen Beleg dafür, dass ihre Betreiber den Betroffenen schneller aus der Arbeitslosigkeit helfen als es bei der normalen Betreuung über die Arbeitsagenturen der Fall ist. Deshalb sind sie ein teures und völlig überflüssiges Instrument.

    Mehr Arbeitslose erwartet

    Denn es geht abwärts am Stellenmarkt. Das treibt den Umsatz der Krisenprofiteure hoch. Noch im vergangenen Jahr konnten sich die Beschäftigten durch die Krise mogeln. Mochte das Bruttoinlandsprodukt auch um fünf Prozent zusammenschnurren – der Einbruch am Arbeitsmarkt blieb aus. Mit Kurzarbeit retteten die Unternehmen ihre Fachkräfte durch die Flaute, vorerst wenigstens. Erst 2010, orakelt Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt, werde die Krise in den Unternehmen „voll ankommen“. Die Gewerkschaften prophezeien Massenentlassungen.
    In ihrem neuen Jahreswirtschaftsbericht geht die Bundesregierung davon aus, dass die Arbeitslosenzahl im Durchschnitt um 320.000 auf 3,7 Millionen klettern wird. Wolfgang Franz, der Vorsitzende der fünf Wirtschaftsweisen, rechnet damit, dass 500.000 Menschen ihren Job verlieren könnten.
    Doch was die Volkswirtschaft im Großen bedrängt, füttert im Kleinen ganze Wirtschaftszweige. Es gibt viele Profiteure der Arbeitslosigkeit: Zeitarbeitsunternehmen, private Jobvermittler oder ganz normale Betriebe wie jener Trampolinhersteller, der seine Geräte von arbeitslosen Ein-Euro-Jobbern zusammenschrauben lässt und dafür Zuschüsse kassiert.


    http://www.wiwo.de/politik-weltwirtschaft/transfergesellschaften-sind-geldverschwendung-420005/



     
  • Jörg Beger
    Jörg Beger 01.02.2010 14:39

    Gedanken und Kommentare zu
    "Geschäft mit Arbeitslosigkeit" und "Transfergesellschaften sind Geldverschwendung" (s.o.)

    von Piotr Kraczkowski am 31.01.2010 13:58 Uhr
    In Wirklichkeit kein Problem: Ein Bewerungssystem entwickeln, die Benotung durch die Teilnehmer einfliessen lassen und Ergebnisse im Internet veröffentlichen.Mit Restaurants, Hotels oder Krankenhäusern ist es bereits möglich. Es fehlt in der Weiterbildung, weil der Betrug offensichtlich vom Staat gewollt ist.

    von Siegfried Backes am 31.01.2010 00:38 Uhr
    "Was erlauben Schneider" ?, möchte man fragen, wenn man seine Ausführungen liest. Die Untersuchung bezieht sich auf einen Beobachtungszeitraum von 2003 - 2006. Seit 2006 wiederholt Herr Schneider seine These, dass es keinen Beleg für eine bessere Vermittlung durch Transfergesellschaften als durch die Agenturen gäbe und sie deshalb überflüssig seien. Diese These hat Herr Schneider 2006 selbst unter den Vorbehalt der Kurzfristbetrachtung gestellt, denn, so Schneider, um solide Aussagen treffen zu können bräuchte man einen Beobachtungszeitraum von 4 Jahren. Doch seit 4 Jahren ist forschungsseitig nichts passiert bis auf die gebetsmühlenhafte Wiederholung der Vorbehaltsthesen. Fazit, wenn die Transfergesellschaften die gleichen Qualitätsmaßstäbe an ihre Arbeit hätten, wie Herr Schneider an die Verbreitung seiner Vorbehaltsthesen, dann - gute Nacht. Forschung und Transfer : Flasche leer. Siegfried Backes, Autor und Herausgeber des Buches "Transfergesellschaften" , Saarbrücken 2009"Was erlauben Schneider" ?, möchte man fragen, wenn man seine Ausführungen liest. Die Untersuchung bezieht sich auf einen Beobachtungszeitraum von 2003 - 2006. Seit 2006 wiederholt Herr Schneider seine These, dass es keinen Beleg für eine bessere Vermittlung durch Transfergesellschaften als durch die Agenturen gäbe und sie deshalb überflüssig seien. Diese These hat Herr Schneider 2006 selbst unter den Vorbehalt der Kurzfristbetrachtung gestellt, denn, so Schneider, um solide Aussagen treffen zu können bräuchte man einen Beobachtungszeitraum von 4 Jahren. Doch seit 4 Jahren ist forschungsseitig nichts passiert bis auf die gebetsmühlenhafte Wiederholung der Vorbehaltsthesen. Fazit, wenn die Transfergesellschaften die gleichen Qualitätsmaßstäbe an ihre Arbeit hätten, wie Herr Schneider an die Verbreitung seiner Vorbehaltsthesen, dann - gute Nacht. Forschung und Transfer : Flasche leer. Siegfried Backes, Autor und Hrsg. des Buches "Transfergesellschaften", Saarbrücken 2009

    von Realist am 28.01.2010 17:24 Uhr
    @ Erik Völter Das Problem ist doch, solange die Menschen vorab noch nicht wissen, wie sie leben und arbeiten würden, wenn sie plötzlich ein bedingungsloses Grundeinkommen zur Verfügung haben, würde Alles im Chaos enden und die Skeptiker recht geben. Es ist nun mal so, dass man erst die notwendigen Denk- und Handlungsweisen ändern muss, um in einem zweiten Schritt die Rahmenbedingungen abzuändern, aber dafür bedarf es vorab viele Anstrengungen. Es wird sich somit nie etwas ändern, wenn die Menschen nicht zu träumen beginnen, wie die Welt von Morgen aussehen könnte. Aber wenn die Menschen vorab sich ändern und auf eigenen Füßen stehen gelernt haben, wenn ihnen egal ist, ob sie morgen arbeitslos sind oder nicht, dann wird es interessant für unsere Gesellschaft, denn dann sind wir bereit um die notwendigen Änderungen durchzuführen, indem wir die Vertreter wählen, die die notwendigen Bedingungen schaffen. Aber Alles muss vorab Einzug halten, auch die Einigkeit untereinander, solange das nicht gegeben ist, werden die Kräfte innerhalb der Gesellschaft obsiegen, die aufgrund ihrer eigenen Starrheit und Blindheit am Status Quo zum Nachteil aller festhalten.

    von Arnold Kratz am 28.01.2010 16:20 Uhr
    Ich kann Siegfried Backes nur zustimmen. Die IZA-Studie zu den "Transferleistungen" hat wenig Aussagekraft, da nach eigenen Angaben die Datenbasis für die Untersuchung viel zu klein war. Ich begleite seit über 10 Jahren Transfergesellschaften in NRW und habe die Erfahrung gemacht, dass sie sehr wohl effektiv und erfolgreich arbeiten. Eine Voraussetzung dafür ist, dass die Dienstleistung qualitativ hochwertig ist. Ich kann nicht glauben, dass ein Vermittler einer Arbeitsagentur der 400 - 500 Menschen betreuen muss, genauso gute Ergebnisse erzielen kann wie ein Transferberater, der mit max. 50 Personen in der Beratung arbeitet. Transfergesellschaften werden zudem zu rund 50 % durch die entlassenden Unternehmen mit finanziert. Sie sind eine sinnvolle Alternative zur Arbeitslosigkeit, wenn sie vernünftig durchgeführt werden. Arnold Kratz, Berater bei der Landesberatungsgesellschaft G.I.B. in Bottrop, NRW.

    von Erik Völter am 28.01.2010 15:51 Uhr
    @ Realist Sie haben hier einiges auf den Punkt gebracht und die m. E. absolut richtigen Schlüsse gezogen. Nur stellt sich die Frage ob ein bedingungsloses Grundeinkommen erst die Folge eines Umdenkprozesses ist, oder nicht vorab eine Voraussetzung zur Erneuerung. Vielleicht sollte ein "aktivierendes" bedingungsloses Grundeinkommen ein Einstieg sein. Aktivierend in so fern, als dass das Grundeinkommen mit Fortschreitender Bildungs- / Ausbildungszeit erhöht wird. Heute ist Bildung ein Kostenfaktor für den Auszubildenden. Eine Umkehr, Schulgeld erhalten, könnte ein Lösungsansatz sein.

    von wesergw-shg am 28.01.2010 12:37 Uhr
    Ich muss meinen Vorkommentatoren zustimmen welches gewollte Ergebnis sollten eigentlich die Transfergesellschaften erzielen ?, welcher messbarer Erfolg wurde oder wird erzielt ?, Außer großen Spesen nicht viel verwertbares gewesen, Wunsch und Wirklichkeit liegen weit auseinander, alles nur eine zusätzliche Steuergeldverschwendung die sinnvoller eingesetzt werden könnte, es ist nur eine sprudelnde Geldquelle für die Initiatoren und den Apparat der Transfergesellschaften die Hauptsächlich die Gewinner sind und den "Rahm" abschöpfen.

    von Exitus am 28.01.2010 10:55 Uhr
    Realist und Flachländer bringen es auf den Punkt. Eine unfähige und damit untätige Politik interessiert keine Veränderung des status quo. Die schnellste Art, keinen Job zu bekommen, ist zu einer Arbeitsagentur zu gehen und mit Nachdruck einen Job verlangen, von dem man über-/leben kann. Dann kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus: Da haben die keinen einzigen vernünftigen an zu bieten. Und wer dennoch zu einem Arbeitgeber vordringt, wird sich wundern, wie er da erpresst wird! Solange Arbeit sich nicht so lohnt, dass es die Menschen geradezu zu dieser drängt, solange man den Sack (Hartz IV-/Sozialhilfeempfänger) schlägt und die Esel (korrupte Arbeitgeber, Sklavenhalter a la Schlecker) meint und denen noch die Wiese mäht, solange der Wähler dieses Politikerpack nicht in die Wüste wählt - solange geht's hier weiter bergab. Das System gehört von Grund auf neu angelegt. Mutti Merkel wird's aber auch nicht richten. Zumindest das ist zementiert.

    von Flachländer am 28.01.2010 10:06 Uhr
    Hinter den Kulissen herrscht Morbidität. Ich hatte einmal das zweifelhafte Vergnügen, hinter die Kulissen solcher Anbieter schauen zu dürfen, worauf ich ein Geschäftsmodell entwickelte, um die Abhängigkeit vom Staat zu überwinden. Zu allseitigem Vorteil sollte mit der Privatwirtschaft kooperiert werden. Neue Arbeitsplätze hätten entstehen können. Das wäre ein profitabler Selbstläufer geworden, doch das war nicht erwünscht. Statt seiner bot man mir einen Job an: Seminarleiter für Bewerbungstrainig. Ich lehnte ab.

    von Realist am 28.01.2010 08:43 Uhr
    Es gibt immer Gewinner und Verlierer. Der Arbeitsmarkt ist ein Abbild der Innovationsfähigkeit einer Gesellschaft in allen Belangen. Solange wir unsere Kinder nicht zu selbständige Menschen erziehen, solange wir die abhängige Beschäftigung als Erfolgsmodell anpreisen, solange werden wir in Deutschland stagnieren und einen schleichenden Veränderungsprozess durchlaufen. Die Arbeitslosigkeit ist somit nur ein Ausdruck unserer Zukunftsangst und Obrigkeitshörigkeit. Daher ist es auch gut, dass wir durch die Globalisierung gezwungen sind, unsere Gesellschaft neu zu erfinden und uns vom Alten Erfolgsmodell der Industriegesellschaft zu verabschieden. Entrepreneurship ist hierbei ein möglicher Weg, um Neues zu schaffen und Menschen eine Perspektive zu eröffnen. Wenn wir anfangen, unser Bildungssystem von Grund auf zu ändern, wenn wir zulassen, dass die uns beschämende Arbeitslosigkeit ein wertvolles Mittel zur Erneuerung unserer Selbst ist, dann werden wir eine Denk- und Handlungsweise ermöglichen, die unseren Wohlstand mehren wird und jeden in unserer Gesellschaft eine wirkliche Lebensperspektive bietet. Und wenn wir Alle dann auf eigenen Füßen stehen gelernt haben, dann wird vielleicht ein bedingungsloses Grundeinkommen nur ein weiterer Schritt hin zur Erneuerung und Zukunftsfähigkeit sein.

    von TG_OS am 26.01.2010 21:37 Uhr
    @Arbeitsloser; Welche Vorschläge hätten Sie zum sinnvollen Einsatz der 2 Milliarden Euro zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Was sollte man konkret tun?

    von MeisterA. am 25.01.2010 15:10 Uhr
    Ich kann der Meinung von Herrn Schneider nur beipflichten. Aus eigener praktischer Erfahrung als Mitarbeiter eines Bildungsunternehmens weiss ich, dass die Qualität der Bildung nicht die beste ist. Aber in einem Markt der abgeschottet vor sich her dümpelt und politische Interesse die größte Rolle spielen, "hackt die eine Krähe der anderen kein Auge aus". Auch habe ich mit erleben dürfen wie Gewerkschaften auf diesem Gebiet mit unverdrossenem Einfluss versuchen hier staatliche Förderungen zu erhalten um die Bildungsunternehmen weiter im Spiel zu lassen. Trauiges Spektakel in Deutschland! Aber so ist es und keiner will es hören.

    von BeraterX am 23.01.2010 18:06 Uhr
    Out-Placement für leitende Angestellte und Top-Führungskräfte funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip. Der Gefeuerte bekommt mit dem vom Unternehmen bezahlten Out-Placement ein kleines Balsam-Mittelchen und erkauft sich eine "gutes Gewissen", denn es tut ja etwas für den Entsorgten. In einigen Ländern blüht dieses Geschäft, auch weil Gewerkschaften dadurch bei Kündigungen milde gestimmt werden sollen. Arbeitsplätze schafft dies natürlich nicht, und aus näherer Beobachtung kann ich sagen, dass Out-Pacementkunden meistens nicht durch die Out-Placement-Berater einen neuen Job fanden, sondern durch Eigeniniative. Und was Weiterbildung angeht, so ist zu bemerken, dass deutsche Arbeitnehmer in der Regel gut ausgebildet sind. Aber wo keine Arbeit ist, da hilft auch die beste Bildung nicht.

    von Arbeitsloser am 23.01.2010 14:13 Uhr
    Wer hätte das gedacht, dass dieser ganze Maßnahmen-Wahnsinn nicht der effektiven Weiterbildung von Arbeitslosen dient, sondern mal wieder für lukrative Geschäfte für bestimmte Gruppierungen sorgt? Immerhin wird die Problematik mal thematisiert. Noch schöner wäre es natürlich, wenn diese riesige Summe von über 2 Mrd. Euro sinnvoller zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit verwendet würde, aber dass werden die Lobbyisten schon zu verhindern wissen.


    http://www.wiwo.de/politik-weltwirtschaft/das-geschaeft-mit-der-arbeitslosigkeit-419926/comments/

    http://www.wiwo.de/politik-weltwirtschaft/transfergesellschaften-sind-geldverschwendung-420005/comments/

     
  • Jörg Beger
    Jörg Beger 06.02.2010 10:29

    Selbsthilfe-Genossenschaften auch für SelbstHerstellungsZentren gründen.

    http://www.innova-eg.de/index.php

    z.B. analog zu
    http://www.oekogeno.de/beteiligungs-gmbh/philosophie
    http://www.boscop.de/pages/21-geschichte
    http://www.self-germany.de/pageID_3627411.html
    http://www.energie-in-buergerhand.de/
    http://hausgarten.org/index.php?option=com_content&task=view&id=19&Itemid=39
    http://www.wir-eg.de/

     
  • Jörg Beger
    Jörg Beger 13.02.2010 09:37

    Das Ende der Agenda 2010 -
    Agenda 2084 jetzt!

    http://www.lea2084.com/

     
  • Jörg Beger
    Jörg Beger 24.02.2010 21:39

    Innenminister Wolfgang Schäuble bei Studio Friedmann über den Sozialstaat der Bundesrepublik Deutschland und die Bewusstseinschancen beim Sprachgebrauch:

    Arbeitslosigkeit, entlohnte Arbeit, Mindestlöhne und Hungerlöhne, Flexibilität in der Arbeitsmarktpolitik und Leiharbeit, Strategien zur Vermeidung von Armut und staatlich organisierter Bildung, Krieg und Verteidungung aussen- wie innenpolitisch und mögliche rechtsstaatliche Maßnahmen zur Unterbindung rechtsextremistischer und gewaltanstiftender Organisationen.

    ...in 3 Teilen:
    http://www.youtube.com/watch
    http://www.youtube.com/watch
    http://www.youtube.com/watch

     
  • Jörg Beger
    Jörg Beger 31.12.2010 18:25

    Null-Euro Jobber-Land Deutschland?: Wie Hartz IV-Empfänger zu kostenloser Arbeit gezwungen werden http://www.swr.de/report/-/id=233454/nid=233454/did=2478130/lw30hp/index.html Sendetermin: 27.08.2007, 21.45 Uhr, REPORT MAINZ, Das Erste

     
  • Jörg Beger
    Jörg Beger 16.11.2011 19:13

    Die HARTZ-Maschine Geschäfte mit der Arbeitslosigkeit - die Armutsindustrie Ein Film von Rita Knobel-Ulrich Die Konjunktur bringt Schwung in den Arbeitsmarkt, nur bei den Langzeitarbeitslosen tut sich nichts. Die Bundesanstalt für Arbeit räumt ein, dass über die Hälfte von ihnen Kunden mit komplexer Profillage seien, Hartz-Chinesisch für nicht mehr vermittelbar. Um sie kümmern sich verstärkt Bildungsträger und machen damit Milliardengeschäfte. Es gibt Strickseminare, Supermärkte mit Gummieiern, Theaterkurse und Telefonausbildung. Massnahmen, angeboten von einem Wirtschaftszweig, dem es umso besser geht, je mehr Menschen auf staatliche Hilfe angewiesen sind. Jeden Monat kassieren diese Bildungsträger 500 bis 800 Euro pro Teilnehmer von den Jobcentern für solche oft halbjährlichen Kurse. Manche Arbeitslose sitzen bereits zum fünften Mal im Seminar Wie bewerbe ich mich richtig?. Die Hartz-Maschine brummt. So werden Fernfahrer mit Geldern des Jobcenters qualifiziert, Spediteure können sich teure Ausbildungsmassnahmen sparen, der Steuerzahler springt ein. Bundesweit holen etwa 4500 Tafel-Fahrzeuge in Supermärkten und Geschäften welkes Gemüse und abgelaufene Lebensmittel ab - gegen Spendenquittung. Die Spender bestehen darauf, dass alles abgeholt wird, selbst wenn es schimmelt und fault, denn so sparen sich die Betriebe teure Entsorgungskosten. Es entsteht eine Parallelwelt der Lebensmitteltauschgeschäfte, die Tafeln als subventionierte Billigfoodkette. Auch Rechtsanwälte machen Kasse mit Hartz IV: Selbst wenn der Hartz-Kunde seinen Prozess verliert, mit der Prozesskostenhilfe garantiert der Steuerzahler das Geschäft. Für die Immobilienbranche sind Hartz-IV Bezieher solvente Mieter, denn das Amt zahlt prompt und pünktlich. Deutschland scheint sich einzurichten in einem System der Transferleistungen. Ganz anders sieht es im Nachbarland Holland aus. Nach radikalen Reformen hat Holland knapp vier Prozent Arbeitslosigkeit. Das Prinzip heisst: Wer nicht arbeitet, der kriegt kein auch kein Geld vom Amt. Und wenn es nur Arbeit als Schneeschipper, Stadtparkreiniger oder Einkaufshelferin für Alte und Schwache ist - zu Hause bleiben dürfen holländische Arbeitslose nicht. Rita Knobel-Ulrich hat sich umgesehen im boomenden Wirtschaftszweit derer, die mit der Arbeitslosigkeit in Deutschland gutes Geld machen. Teil 1/3 http://www.youtube.com/watch Teil 2/3 http://www.youtube.com/watch Teil 3/3 http://www.youtube.com/watch http://www.tvprogramm24.com/2011-11-14/ard/23_30.html

     
  • Jörg Beger
    Jörg Beger 16.11.2011 19:31

    2011: Die Konjunktur kurbelt den Arbeitsmarkt an, nur bei den Langzeitarbeitslosen tut sich nichts. Ueber die Haelfte von ihnen sind 'nicht mehr vermittelbar'. Bildungstraeger kuemmern sich um sie und machen Milliardengeschaefte.

     

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Austausch zur Förderung von (Gemeinschafts)Produktion und Bereitstellung von Filmmaterial zu NeueArbeit-NeueKultur. ~ ~ ~ Digitalisieren von VHS-Filmen. Bereitstellen von Filmen für Mentorenarbeit. Bereitstellen von Filmen auf Public Domain. ~ ~ ~ "Sobald man einmal erkennt, dass andere Zeitalter und andere Kulturen völlig andere Arbeitssysteme hatten, beginnen sich die Seile, mit denen wir uns selbst gebunden haben, zu lösen" (Frithjof Bergmann 2004, 114). ~ ~ ~ "Es gibt Alternativen zum Lohnarbeitssystem. Das Lohnarbeitssystem ist nicht die einzige Weise, die Arbeit zu organisieren. Es gibt auf beiden Seiten des begangenen Weges einladendere, intelligentere, produktivere Systeme der Arbeit. Nichts wäre so bizarr wie die Tatsache, einen Überblick über den Schaden zu haben, den das Lohnarbeitssystem angerichtet hat, und doch auf der verknöcherten Vorstellung zu beharren, dieses System sei etwas ewiges und uns von der Natur oder von Gott Gegebenes. Haben wir erst einmal gesehen, in welche Landschaften uns dieses soziale Konstrukt führt, dann können wir nicht mehr wie bisher so tun, als gäbe es keinen Ausgang, als seien wir verhext und dazu verdammt, in gelähmter Verzweiflung dazusitzen - als sei es uns unmöglich, den Zug mit den verriegelten Türen zu verlassen" (Frithjof Bergmann 2004, 107). ~ ~ ~

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