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Kunstpark Mariposa Teneriffa: Kulturinitiative und Wertebewusstsein

Filmmaterial; NeueArbeit-NeueKultur in Bild & Ton

Kunstpark Mariposa Teneriffa: Kulturinitiative und Wertebewusstsein

 

Weshalb eine Kulturinitiative?

Zwei Ziele hatte der Mensch seit Urzeiten:
weniger zu arbeiten und alt zu werden. Beides hat er in den Industrienationen dank Technik und medizinischer Versorgung erreicht. Aber statt paradiesische Zustände zu schaffen und die Ideen aufklärender Denker wie beispielsweise Friedrich Schiller zu verwirklichen oder den Entschleunigungsvorschlägen zeitgenössischer Philosophen Beachtung zu schenken, werden die Ressourcen der Erde rücksichtslos ausgebeutet. Parallel dazu steigt die Produktflut an, aber das meiste erscheint ebenso überflüssig wie häßlich. Immer, wenn man von einer schönen Stadt spricht, ist das eine alte Stadt: Venedig, Siena, Dinkelsbühl, Quedlinburg. Warum fügt sich zum Neuen kaum je das Schöne? Warum muß Funktionalität die Opferung jeglicher ästhetischer Ansprüche einschließen? Churchill hat einmal gesagt: "First we shape our buildings, later the buildings shape us." Genau jener gefühlskalte Menschentyp bestimmt heute über unser Leben, Spiegelbild unserer seelenlos gewordenen Kultur.

Das Schöne ist als originäres Attribut der Schöpfung aus den Lebensräumen westlich geprägter Kultur fast verschwunden, unser Alltag wird von Massenware dominiert, Verbrauch hat den Gebrauch ersetzt. Der Verhaltensforscher Konrad Lorenz hat dazu treffend bemerkt: "Schönheit der menschengeschaffenen kulturellen Umgebung ist nötig, um den Menschen geistig und seelisch gesund zu erhalten. Die totale Seelenblindheit für alles Schöne, die heute allenthalben so rapide um sich greift, ist eine Geisteskrankheit, die schon deshalb ernst genommen werden muß, weil sie mit einer Unempfindlichkeit gegen das ethisch Verwerfliche einhergeht." - Wir müssen uns fragen, wie wir den Dingen, mit denen wir uns umgeben, ihr Schönsein zurückgeben können; wie wir Produktionsprozesse so aufbrechen können, daß sie nicht zwangsläufig uniformer Ausdruck einer auf schlichte Gewinnmaximierung ausgerichteten Wirtschaft sind, sondern eine gesellschaftliche Kultur des Wertebewußtseins repräsentieren.

Den Gegenständen des Alltagsgebrauchs wieder dauernden Wert zu geben, bedeutet nicht zuletzt auch ein Ende der Rohstoffverschwendung, eine Minimierung der Abfallerzeugung. Um hier einen Wandel aufzufalten, braucht es verantwortungsbewußte Unternehmer, die ihre Produkte materialgerecht und umweltschonend, vor allem unter ästhetischen Gesichtspunkten planen. Fragen wir uns, welche Strategien wir entwickeln können, damit schöpferische Ideen aus den Ateliers der Künstler, Galerien, Akademien und Museen auf die Verbesserungspläne der Stadtplaner, Sozialpolitiker und auf jedes Gebiet kommunikativer Betätigung überspringen.

Politik, Medien und Bildungseinrichtungen aller Art sind aufgerufen, für ein wirksames Gegengewicht zu unserer vorwiegend materiellen LebenseinsteIlung zu sorgen. Dieses Gegengewicht haben Philosophen und Spirituelle aller Epochen klar gefaßt als den geistigen Kern ihrer jeweiligen Kultur, der im öffentlichen Bewußtsein pulsieren muß, wenn es nicht zu einer allmählichen Betäubung kommen soll.

Arbeit im klassischen Sinn wird es immer weniger geben. Die Technik hat den Menschen aber nicht überflüssig gemacht, sondern freigestellt, Sinnfragen neu zu formulieren und Antworten zu suchen. Der Umgang mit dieser neuen Freiheit will geübt sein. Wir Menschen definieren uns durch unser Tun, wir wollen gebraucht werden. Also sollten wir Bedürfnisse nach solchen Dingen wecken, die von keinem Automatisierungsprozeß erfaßt werden können und von Menschenhand gemacht sind. Die Kulturinitiative MARIPOSA bietet dafür einen Kommunikations- und Testraum.

Der Ort MARIPOSA auf Teneriffa, an dem Kunst und Natur eine Symbiose eingegangen sind, beweist bereits, daß der notwendige Wandel keine Utopie ist. Die ersten Konferenzen haben stattgefunden, die Teilnehmer und Besucher merken, welche Veränderungen im Denken sich hier vollziehen, wie sich ästhetische Grundhaltungen spürbar verändern. Die Begegnung mit Kunst, eingebettet in behutsam gestaltete Natur, bedeutet hier mehr als der sonntägliche Museumsbesuch oder das übliche Vernissagengeplauder. Da MARIPOSA nur für kleine Gruppen angelegt ist und nicht für alle erreichbar, bedarf es jetzt einer Initiative, an der sich viele Menschen beteiligen können, um die ewig neue Botschaft von der Bedeutung des Schönen ins Bewußtsein zu bringen.

Zur Mitarbeit sind alle aufgerufen, die kraft ihres "Vermögens" zur besseren Tat schreiten wollen. Nur gemeinsam wird es gelingen, den dringend notwendigen Wandel herbeizuführen. Ein brasilianisches Sprichwort sagt: "Wenn einer alleine träumt, ist es nur ein Traum. Wenn viele Menschen träumen, ist es der Beginn einer neuen Wirklichkeit." Lassen Sie uns diese neue Wirklichkeit jetzt gemeinsam schaffen!

 

http://www.mariposa-projekt.de/philosophie/philosophie.html



Kontakt:
Kulturinitiative Mariposa
Helga Müller
Senefelderstraße 97
D-70176 Stuttgart
T +49(0)711 636 6884
F +49(0)711 636 1879
stuttgart@mariposa-projekt.de
http://www.mariposa-projekt.de



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Austausch zur Förderung von (Gemeinschafts)Produktion und Bereitstellung von Filmmaterial zu NeueArbeit-NeueKultur. ~ ~ ~ Digitalisieren von VHS-Filmen. Bereitstellen von Filmen für Mentorenarbeit. Bereitstellen von Filmen auf Public Domain. ~ ~ ~ "Sobald man einmal erkennt, dass andere Zeitalter und andere Kulturen völlig andere Arbeitssysteme hatten, beginnen sich die Seile, mit denen wir uns selbst gebunden haben, zu lösen" (Frithjof Bergmann 2004, 114). ~ ~ ~ "Es gibt Alternativen zum Lohnarbeitssystem. Das Lohnarbeitssystem ist nicht die einzige Weise, die Arbeit zu organisieren. Es gibt auf beiden Seiten des begangenen Weges einladendere, intelligentere, produktivere Systeme der Arbeit. Nichts wäre so bizarr wie die Tatsache, einen Überblick über den Schaden zu haben, den das Lohnarbeitssystem angerichtet hat, und doch auf der verknöcherten Vorstellung zu beharren, dieses System sei etwas ewiges und uns von der Natur oder von Gott Gegebenes. Haben wir erst einmal gesehen, in welche Landschaften uns dieses soziale Konstrukt führt, dann können wir nicht mehr wie bisher so tun, als gäbe es keinen Ausgang, als seien wir verhext und dazu verdammt, in gelähmter Verzweiflung dazusitzen - als sei es uns unmöglich, den Zug mit den verriegelten Türen zu verlassen" (Frithjof Bergmann 2004, 107). ~ ~ ~

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