Angermünde - Das Arbeitsamt will, dass sie sich in Berlin bewirbt. Doch das lehnt Ines Blümel ab. Schon wegen ihrer beiden sechs und acht Jahre alten Kinder. Die Grafikdesignerin und Illustratorin lebte vor noch gar nicht langer Zeit in Berlin. Vor fast einem Jahr ist die Familie in ein ausgebautes Haus nach Angermünde (Uckermark) gezogen. Hier will die arbeitsuchende Frau auch ihr Geld verdienen. Sie will nicht, wie ihr Mann, jeden Tag in die Hauptstadt pendeln. Sie will auch nicht warten, bis sie vielleicht einmal irgendein Jobangebot erhält. Sie will etwas Neues versuchen, Kreativitätstherapeutin werden. "Das Potenzial für Kreativitätskurse ist da. Es gibt hier immer mehr alte Menschen, denen ich mit der Therapie helfen kann", erzählt die 44-Jährige. Und auch mit Kindern möchte sie arbeiten.
Die Uckermark gehört zu den strukturschwächsten Regionen in Deutschland. Die Arbeitslosenquote liegt bei 17,5 Prozent. Schlechte Aussichten für jemanden, der dort mit einer neuen Idee sesshaft und unabhängig werden möchte wie Ines Blümel. Helfen könnte ihr dabei ein in Deutschland einzigartiges Projekt. "100 mal neues Leben", so der Name, beginnt Anfang April. Es ist ein Experiment, das einhundert Frauen und Männern in den nächsten zwei Jahren die Möglichkeit geben soll, sich eine neue Lebens- und Arbeitsperspektive in der Region aufzubauen. Initiator ist die in Stuttgart ansässige Breuninger-Stiftung, die dafür den Europäischen Regionalen Förderverein als Träger gewonnen hat. "Wir glauben an die Menschen, an ihre Kreativität", sagt Helga Breuninger, die Stiftungsgründerin.
Das Projekt ist keine staatlich verordnete Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, sondern beruht auf Freiwilligkeit. Bewerben können sich Arbeitslose, aber auch Angestellte und Selbstständige. "Es müssen Leute sein, die eine Idee umsetzen wollen, für die wir die jeweils notwendigen Bedingungen schaffen", sagt Helga Breuninger. Sie alle eint der Wille zur Veränderung. Voraussetzung ist, dass die Bewerber ein gesichertes Grundeinkommen haben, egal ob staatliche Leistungen oder ein Gehalt. Denn finanzielle Zuwendungen erhalten die Teilnehmer nicht. Die Angebote sind aber kostenlos, Zusatzausgaben wie etwa Fahrtkosten werden erstattet.
wieter hier: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/335116/335117.php

Jörg Beger 03.07.2011 11:19
Die Mitteilung über die Förderung durch das Land Brandenburg hier: http://www.masf.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.254391.de
Jörg Beger 03.07.2011 11:23
Hier stimmt was nicht! Von einer Ausstattung der Teilnehmer mit einem bedingungslosen Grundeinkommen kann ich nirgendwo was finden - bitte nachprüfen: http://www.youtube.com/watch
Jörg Beger 03.07.2011 11:24
Die Breuninger-Stiftung dazu: http://www.breuninger-stiftung.de/projekte/projektansichten/100mal-neues-leben.html
Jörg Beger 03.07.2011 11:25
Die Internetpräsentation des Projekts selbst: http://www.100-mal-neues-leben.de/
Franz Nahrada 12.01.2012 21:01
Es ist ziemlich seltsam wie lange sich da nichts tat. Die Internet Präsenz ist eigentlich keine Präsenz, es scheint als ob immer noch Anmeldephase wäre....
Jörg Beger 18.01.2012 15:12
Ich habe keine anderen aktuellen Informationen als diejenigen auf der Projektwebsite. Ich stehe mit den Projektträgern nicht in direktem Kontakt und eine Mitarbeit meinerseits im Projekt oder Bewerbung um Mitarbeit ist gegenwärtig nicht existent.